Mein letzter Tag in der kambodschanischen Großstadt Phnom Penh und mich überfiel mal wieder ein bisschen die Faulheit. Gegen Mittag konnte ich mich aber aufraffen und habe die Märkte des Großstadtsdschungels unter die Lupe genommen.

Märkte spielen in Südostasien eine sehr große Rolle. Hier werden die Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs besorgt und hier verdienen viele mit dem Verkauf von allerlei Souvenirs, Schmuck und Kleidungsstücken an Touristen ihren Lebensunterhalt. In Kambodscha sind die bei Touristen beliebten Märkte trotz allem auch noch immer Anlaufstelle für die Einheimsichen.

Auch Phnom Penh ist von großen und kleinen Märkten übersät.

Da die Einwohner die Märkte oftmals am sehr frühen Morgen oder erst am späten Abend besuchen, laufen ihnen die Touristen nicht zu Massen über den Weg. Der interessanteste Teil ist für mich eigentlich immer der „wet market“ innerhalb eines Marktes (wet = nass). Der Name Wetmarket ergibt sich aus den nassen Wegen, die durch das schmilzende Eis entstehen, auf denen allerhand Lebensmittel gelagert werden. Frischer Fisch (oft noch lebend), Fleich, Eier, Gemüse und Obst werden hier an den Mann oder die Frau gebracht.

Einige lohnenswerte Märkte sind:

  • Der 1937 gegründete Zentralmarkt (lokaler Name: Phsar Thmei). Der Markt liegt in einem wunderschönen Art Deco Gebäude mit einer hohen, hübsch gestalteten Kuppel im Mittelpunkt. Der Markt ist in verschiedene Sektoren aufgteilt, in denen man alles finden kann was das Herz begehrt. In einer ecke gibt es Schmuck und Edelsteine, in einer anderen Haushaltswaren und in wieder anderen Abschnitten frische Lebensmittel, Kunsthandwerke, Souvenirs oder Kleidungsstücke. Nicht nur innerhalb des Marktes sondern um den ganzen Markt herum findet man bunte Stände. Sogar Friseure findet man hier in einer kleinen Gasse. Der Markt ist bei Touristen sehr beliebt, was sich teils auch in den Preisen widerspiegelt.
  • Der Russenmarkt (Phsar Toul Tom Poung) ist ein weiterer, unter Touristen und Schnäppchenjägern beliebter Markt. Wer gut handeln kann, hat hier die Möglichkeit günstige handgemachte Kunsthandwerke, wie Holzschnitzereien, Musikinstrumente oder hübsche Seidenschals zu erstehen. Auch Kleidungsstücke, Accessoires, Souvenirs, Haushaltsgegenstände und andere Dinge wie Motorradteile kann man hier entdecken.

 

  • Auf dem Phsar Chas (Old Market) kaufen noch immer die meisten Einheimischen ein. Souvenirs findet man hier eher nicht sondern hauptsächlich Lebensmittel. Egal ob frischer Fisch, getrocknetes Fleisch, Gewürze, Gemüse aller Art oder Obst – jeder der gerne kocht sollte hier einmal vorbeischauen. Tatsächlich ist das sogar in den meisten Fällen der Markt, den man besucht wenn man einen Kochkurs in der Stadt gebucht hat.

 

  • Der Nachtmarkt von Phnom Penh ist auch unter den jungen Khmern sehr beliebt. Die Stände bieten alles, was man auch schon auf dem Russenmarkt oder dem Zentralmarkt gesehen hat. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Openair-Marktes am Flussufer! Essensstände locken mit herrlichen Gerüchen und bei einem kühlen Bier kann man die Live Musik und Tanzshows genießen, welche auch die Einheimischen zu diesem Markt ziehen. Am Wochenende kann es hier sehr lebhaft und eng werden. Bitte auf alle Wertgegenstände gut aufpassen!

Am Nachmittag habe ich noch den Wat Phnom besucht.

Der Wat Phnom ist eine Tempelanlage auf der einzigen Anhöhe der Stadt. Einer Legende nach, wurden die ersten Pagoden auf dem Gelände im Jahre 1373 errichtet um vier Buddha-Statuen zu beherbergen, die einst von einer Frau namens „Penh“ entdeckt wurden. Der Komplex trug damit auch zur Namensgebung der Stadt bei.

Der Haupteingang zum Tempel liegt an der großen Osttreppe, die wie so häufig bei Tempeln aus jener Zeit, von Löwen- und Naga- (Schlangen) Statuen bewacht wird. Das Vihara (Tempelheiligtum) wurde zuletzt 1926 renoviert. Westlich des Vihara befindet sich eine riesige Stupa mit der Asche von König Ponhea Vat. Ganz in der Nähe findet man auch eine etwas plumpe Statue der Madame Penh.

Der Tempel an sich ist meiner Meinung nach nichts Besonderes im Vergleich zu anderen Tempeln, die man aus Südostasien kennt. Der Eintritt für Ausländer liegt jedoch bei lediglich 1 USD und die Anlage ist schön grün und bietet einen kleinen Rückzugsort von der geschäftigen Großstadt.

Leider treiben sich auch einige Bettler und Straßenkinder hier herum. Frauen wollen einem entweder Getränke verkaufen oder haben Vögel in Käfigen dabei, denen man die Freiheit und sich selbst damit Glück erkaufen kann (Gerüchte sagen, die Vögel sind auf das Zurückkehren in die Käfige trainiert).

Ein Lächeln und ein nettes „No Thank You“ hat aber immer ausgereicht und man sollte sich auch nach dem achten Mal nicht die Laune verderben lassen. Schließlich möchten die Leute auch nur ihren Lebensunterhalt verdienen.

Viele Einheimische kommen auch her um zu beten oder um für Glück und Erfolg bei Prüfungen oder anderen Lebensaufgaben zu bitten. So gewinnt man einen netten Einblick in das Alltagsleben der Kambodschaner.

Am nächsten Tag ging es auf der Ostroute weiter in die kleine verschlafene Stadt Kratie am Mekong.

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